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Dachpfannen sind buchstäblich die Krone eines Gebäudes und prägen den Gesamteindruck des Hauses. Geht es allein um die Optik, ist die Entscheidung einfach: Farb- und Formvarianten bieten beide Materialien in gleichem Umfang. Kniffelig wird es erst, sobald weitere Eigenschaften ins Spiel kommen. Dieser Ratgeber klärt die Begriffe rund um Dachpfanne, Dachziegel, Dachstein und Dachplatte, stellt die Vor- und Nachteile beider Eindeckungen gegenüber und zeigt, worauf es bei der Entscheidung gemeinsam mit einem Dachdecker-Fachbetrieb ankommt.
Zunächst gilt es, die grundlegenden Begriffe zu klären, um Unklarheiten zwischen Ihnen und dem Dachdecker oder Zimmerer zu vermeiden. Denn in der Umgangssprache werden die Begriffe oft missverständlich als Synonyme verwendet.
Dachdecker und Zimmerer nutzen den Begriff “Dachpfanne” als Oberbegriff für alle Arten von Dachziegeln, Dachplatten und Dachsteinen, also für die gesamte Dacheindeckung.
Schon gewusst? Der Begriff Dachpfanne in Verbindung mit einer Region steht für eine Dachpfanne mit einer bestimmten Form. Dazu gehören etwa die Harzer Pfanne sowie die Frankfurter Pfanne. So entstehen im Laufe der Zeit die für einzelne Regionen typischen Dacheindeckungen.
Daher kann es durchaus deutliche Unterschiede geben, wenn Laien und Experten über die Dacheindeckung reden. Einen Überblick über die unterschiedlichen Materialien finden Sie auch in unserem Ratgeberbeitrag zur .
Das sollten Sie beachten:
In manchen Regionen ist beim Hausdach das Material sogar vorgeschrieben. Informieren Sie sich in jedem Fall im Vorfeld über eventuelle Vorgaben.
Dachziegel aus dem natürlichen Rohstoff Ton haben eine lange Tradition. Bereits die Römer und die Griechen haben ihre Bauten mit Dachziegeln eingedeckt. Dabei wurden die Dachziegel bei Temperaturen von 900 bis 1200 °C im Ofen gebrannt. Durch das Brennen erhält der Ton seine typische rote Farbe und wird widerstandsfähig gegen Umwelteinflüsse. Dank der hohen Festigkeit und der guten Lebensdauer hat sich diese Form der Dacheindeckung über viele Jahre durchgesetzt – bis heute.
Die Herstellung ist auch heute noch ähnlich, doch natürlich hat der Fortschritt auch vor Dachziegeln nicht Halt gemacht: Heutzutage sind neben dem naturroten Klassiker auch engobierte und glasierte Ziegel auf dem Markt. Engobierte Dachziegel haben ihren Namen von der sogenannten Engobe, einer Ton-Mineral-Masse. Die Masse wird vor dem Brennen über den Ziegel gegossen, damit dieser eine andere Farbgebung und eine gleichmäßige, matte Oberfläche erhält. Die Engobe bietet jedoch keinerlei Schutzwirkung, sondern dient nur der Optik.
Glasierte Dachziegel erhalten vor dem Brennen einen farbigen Überzug, die Glasur. Diese ist keine Schutzschicht im eigentlichen Sinne, doch Schmutzpartikel haben es auf glasierten Dachziegeln deutlich schwerer als auf unbehandelten. Dafür sind glasierte Dachziegel anfälliger für Krakelee, also kleine Risse in der Glasur. Einen genaueren Überblick über die gängigen Formen und Modelle bietet unser Ratgeber zu den .
Für die Herstellung von Dachsteinen muss der Beton erst aus Sand, Zement und Wasser gemischt werden. Um Dachsteine in verschiedenen Farben erstrahlen zu lassen, werden Eisenoxide in die Mischung gegeben. Danach werden die Dachsteine bei 60 °C getrocknet und anschließend fast einen Monat lang gelagert. Zum Abschluss erhalten die Dachsteine einen Anstrich aus Acryldispersion, um das Anhaften von Schmutzpartikeln zu erschweren.
Die niedrigere Temperatur bei der Herstellung von Dachsteinen sorgt nicht nur für eine bessere Klimabilanz. Dass weniger Energie benötigt wird, kommt auch dem Geldbeutel der Käufer zugute.
Im Gegensatz zu Dachziegeln sind die Dachsteine noch sehr jung. Um 1840 wurden die ersten Dachpfannen aus Beton hergestellt. .
Natürlich hat jedes Material seine individuellen Eigenschaften, die Vor- und Nachteile mit sich bringen. Einen eindeutigen „Sieger“ gibt es nicht. Die Wahl hängt von Ihren Prioritäten als Hausbesitzer ab. Ganz nach Ihren Vorlieben können Sie anhand der charakteristischen Eigenschaften eine kompetente Wahl zwischen Beton und Ton treffen. Eine Alternative ist die , welche allerdings vornehmlich bei Gewerbeimmobilien genutzt wird. Doch auch bei privaten Immobilien wird diese Form der Dacheindeckung immer beliebter.
Damit Sie einen schnellen Überblick erhalten,
Übersicht: Dachziegel aus Ton vs. Dachsteine aus Beton
Eigenschaft/Material | Dachziegel aus Ton | Dachsteine aus Beton |
|---|---|---|
Gewicht | Je nach Dachziegelmodell variiert das Gewicht zwischen 1,5 Kg (Biberschwanzziegel) und 5,0 Kg (profilierte Dachziegel) pro Stück. | Je nach Dachsteinmodell variiert das Gewicht zwischen 4,2 Kg und 5,3 Kg pro Stück. |
Lebensdauer | Häufig Garantie von bis zu 30 Jahren, Erfahrungen zeigen Haltbarkeiten bzw. eine Lebensdauer von >70 Jahren. | Häufig Garantie von bis zu 30 Jahren, Erfahrungen zeigen Haltbarkeiten bzw. eine Lebensdauer von >70 Jahren. |
Verschmutzung | Je nach Oberflächenqualität (engobiert / glasiert) Verschleißfest und dauerhafte Farbbeständigkeit. | Neuere Produkte mit porenaremen Oberflächenstrukturen, lange Farbbeständigkeit, hoher Abriebwiderstand. Neuartige Beschichtungen beinhalten IR reflektierende Pigemente, dadurch heizt sich das Dach in den Sommermonaten weniger auf. |
Umwelteinflüsse | Höchste Resistenz gegen UV- und Witterungseinflüsse. Hohe Frostbeständigkeit. | Je nach Oberflächenqualität höchste Resistenz gegen UV- und Witterungseinflüsse. Hohe Frostbeständigkeit. |
Schallschutz | Weniger Schallschutz | |
Wartung | Bei der Dachfläche kaum nötig, Anschlüsse, Fenster etc. sollten regelmäßig überprüft werden. | Bei der Dachfläche kaum nötig, Anschlüsse, Fenster etc. sollten regelmäßig überprüft werden. |
Variationen Optik (Form, Farbe) | Große Auswahl an Formen und Farben | Große Auswahl an Formen und Farben |
Ökobilanz | Reines Naturprodukt, aber die Herstellung ist energieintensiv. | Herstellung verbraucht etwa 70% weniger Energie als bei Dachziegeln |
Kosten | Preise variabel, meist etwas höher als bei Dachsteinen | Preis variabel, im Durchschnitt etwas niedriger als bei Dachziegeln |
Ob Dachziegel oder Dachsteine, beide Möglichkeiten haben Vor- und Nachteile. Es kommt ganz darauf an, welche Anforderungen Sie an Ihre Dachpfannen haben. Wenn Sie Ihr Haus an einer belebten Hauptstraße bauen, ist es sicher von Vorteil, wenn die Dachsteine Umgebungsgeräusche dämpfen. Ist Ihre Dachkonstruktion eher zierlich, könnten die leichteren Dachziegel die Nase vorne haben. Die Tabelle liefert Ihnen einen ersten Überblick, über die Hauptunterscheidungsmerkmale zwischen Dachsteinen und Dachziegeln.
Ihre Wünsche besprechen Sie am besten direkt mit dem Dachdecker oder Zimmerer Ihres Vertrauens. Worauf es bei der darüber hinaus ankommt, erfahren Sie in einem gesonderten Ratgeber.
Beachten Sie: Nicht immer ist die günstigste Dacheindeckung die beste Lösung. Durch eine Fachberatung finden Sie für Ihr Haus oder Ihre Garage die optimale Dacheindeckung und können von Dachsteinen oder Dachziegeln optimal profitieren.
Übrigens hilft oft auch ein Blick auf die Gebäude in Ihrer Nachbarschaft. Dank Ihres neuen Wissens rund um Dachpfannen können Sie vielleicht schon erkennen, ob Dachziegel oder Dachsteine in Ihrer Region beliebter sind.
Die Wahl der richtigen Dacheindeckung hängt nicht zuletzt auch mit der Art der Immobilie ab. Eine Dacheindeckung an einem Schuppen oder einer Garage kann mit deutlich weniger Aufwand betrieben werden, als die Dacheindeckung an einem Wohnhaus. Bitumen statt normaler Dachziegel sind beispielsweise für einen Schuppen oder einen Carport häufig ausreichend, während bei Wohn- und Gewerbeimmobilien noch häufiger auf klassische Dachziegel gesetzt wird. Und das aus gutem Grund: Dachziegel oder Dachplatten weisen eine höhere Lebensdauer auf, sodass die Arbeiten der Dacheindeckung erst nach vielen Jahren erneuert werden müssen.
Während bei einer einfachen Dacheindeckung aus Bitumen die Dacheindeckung nach ca. 10 Jahren erneuert werden muss, hält eine Eindeckung mit Dachsteinen oder Dachziegeln mehrere Jahrzehnte. Hochwertige Dachziegel minimieren zudem den Wartungs- und Reparaturaufwand und verlängern die Lebensdauer Ihres Daches.
Pauschal lässt sich der Preis für Dachziegel oder Dachsteine nicht sagen. Auf den Quadratmeter gerechnet liegen die Preise für die Dacheindeckung zwischen 6 und 70 Euro pro Quadratmeter. Abhängig ist der Preis vor allem vom verwendeten Material der Dachpfannen. Wenn eine besondere Verlegeweise nötig ist, können die Preise aber auch höher ausfallen.
Die Haltbarkeit der Dachziegel bzw. Dachsteine ist im Übrigen nicht immer auch ein Kriterium für den Preis. Obwohl Dachziegel aus Ton eine kürzere Lebensdauer aufweisen als Dachziegel aus Beton, sind letztgenannte in der Regel günstiger.
Doch da bei einer (Neu-)Eindeckung nicht nur Dachziegel oder Dachsteine nötig sind, sondern auch die Dämmung wichtig ist, haben wir alle relevanten Kostenpunkte eines Daches in einem separaten für Sie zusammengefasst